Die Camorra und die Giftlandschaft bei Neapel
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Die Camorra und die Giftlandschaft bei Neapel

Die Gegend um Acerra nahe Neapel wird als Land der Feuer bezeichnet, weil die Camorra dort seit den 1970er Jahren illegal Hausmüll, Sondermüll, Giftmüll und auch radioaktives Material ablagerte und oft verbrannte. Betroffene berichten von schwer belasteten Böden und Luft sowie von Krankheiten, Missbildungen und Todesfällen in der Bevölkerung. Ein Schafhirte aus der Familie Cannavacciuolo musste einst seine Herde von rund 4000 Tieren töten lassen, nachdem immer mehr Lämmer mit schweren Missbildungen geboren worden waren. Später erkrankte er an Krebs und starb kurz darauf.

Der Onkologe Antonio Marfella beschreibt die Region Kampanien als besonders stark von Krebserkrankungen betroffen. Mehr als drei Millionen Menschen in rund 90 Gemeinden lebten bis heute mit den Folgen der Verseuchung. Aktivisten wie Alessandro Cannavacciuolo und Michele Pannella kämpfen seit Jahren gegen die Umweltzerstörung, wurden bedroht und wandten sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Dort erhielten sie Recht: Italien muss den Müll und die Umweltgifte beseitigen.

Mittlerweile laufen erste Sanierungsarbeiten. Die Behörden haben 90 Deponien erfasst, an 20 wird gearbeitet. Für den Prozess stehen bislang 60 Millionen Euro bereit, benötigt werden nach Schätzungen mindestens 2,5 Milliarden. Papst Leo XIV. besucht Acerra und will mit Betroffenen und Aktivisten sprechen.

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