Deutschland verstärkt im Visier iranischer Geheimdienste?
Nach dem Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran sehen deutsche Sicherheitsbehörden eine abstrakte Gefährdung durch mögliche Vergeltungsaktionen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sagte, die Lage werde von den Sicherheitsbehörden umfassend beobachtet. Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge gebe es nicht.
Der Verfassungsschutz hält jüdische Einrichtungen wie Schulen oder Synagogen, diplomatische Vertretungen und militärische Standorte für mögliche Ziele. Auch iranische Oppositionelle in Deutschland gelten als gefährdet. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes werden sie seit Jahren von iranischen Geheimdiensten beobachtet, bedroht oder entführt.
Auch der Antisemitismus Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, und der Vorsitzende des Geheimdienst Kontrollgremiums, Marc Henrichmann, rechnen mit möglichen Vergeltungsmaßnahmen. Henrichmann verwies zugleich auf bestehende Schutzmaßnahmen und mahnte zu Besonnenheit. Grünen Politiker Omid Nouripour hält es ebenfalls für möglich, dass iranische Geheimdienste Anschläge in Europa und damit auch in Deutschland verüben könnten. Zudem warnen Sicherheitsbehörden vor Ausspähversuchen und Cyberangriffen gegen Exil Iraner und deren private Kontakte.
