Deutschland Prognose der Bundesbank: Energiepreisschock bremst Konjunkturerholung
Der Krieg im Nahen Osten belastet die deutsche Wirtschaft und bremst die seit dem Winterhalbjahr begonnene Erholung vorerst aus. Bundesbankpräsident Joachim Nagel rechnet dennoch damit, dass die Konjunktur im Prognosezeitraum bis 2028 wieder an Fahrt gewinnt. Getragen werde die Entwicklung von sinkenden Energiepreisen, einer anziehenden Weltwirtschaft und kräftigen Impulsen der Fiskalpolitik.
Für das laufende Jahr erwartet die Bundesbank ein kalenderbereinigtes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent, 2027 von 0,8 Prozent und 2028 von 1,4 Prozent. Die hohe Unsicherheit, teurere Energie, Lieferengpässe und schwächere Nachfrage belasten demnach Unternehmen und private Haushalte. Das Produktionspotenzial wächst im Prognosezeitraum nur um 0,3 bis 0,4 Prozent pro Jahr.
Die Inflationsrate dürfte in diesem Jahr auf 2,9 Prozent steigen und 2027 bei 2,7 Prozent liegen. Erst 2028 erwartet die Bundesbank einen Rückgang auf 1,9 Prozent. Zugleich steigen die staatliche Defizitquote und die Schuldenquote deutlich.
