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Deutscher Kolonialismus: Wo bleibt die Aufarbeitung?

Im Bundestag fordert die Debatte über die Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus mehr Anerkennung für die Verbrechen an den Ovaherero und Nama. Nachfahren aus Namibia verlangen eine offizielle Entschuldigung und eine vollständige Anerkennung des Völkermords. Zugleich erinnert ihre Anwesenheit an die seit Jahrzehnten offene Frage nach der Rückgabe menschlicher Überreste und der Entschädigung der Betroffenen.

Seit 2021 verhandeln Deutschland und Namibia über eine gemeinsame Erklärung. Vorgesehen sind 1,1 Milliarden Euro Wiederaufbauhilfe über 30 Jahre, eine Entschuldigung soll nach einer Unterzeichnung folgen. Vertreter der Nachfahren lehnen das ab und verweisen darauf, dass Entwicklungshilfe keine Reparationen ersetzen könne. Auch Historiker und Abgeordnete kritisieren, die Aufarbeitung habe im politischen Alltag zu wenig Gewicht.

Im Koalitionsvertrag kündigt die Bundesregierung an, die Erforschung des Kolonialismus zu intensivieren, Kulturgüter zurückzugeben und menschliche Überreste zu restituieren. Zugleich bleibt der Streit über Gedenkorte und die Rolle des Bundestags bei der Anerkennung des Genozids bestehen.

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