China: Dissident verurteilt blutige Niederschlagung von 1989
Wuer Kaixi, eines der bekanntesten Gesichter der chinesischen Studentenbewegung von 1989, erinnert an die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Er war in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni dort, als Panzer in die Stadtmitte rollten und Soldaten auf unbewaffnete Demonstranten schossen. Eine offizielle Zahl der Todesopfer gibt es nicht, Schätzungen reichen bis zu 3000 Menschen.
Heute lebt der aus Xinjiang stammende Uigure im Exil in Taiwan und darf nicht in die Volksrepublik China reisen. Ihm drohen bei einer Rückkehr Verhaftung und eine hohe Gefängnisstrafe. Trotz der Gefahr äußert sich der 57 Jährige weiter offen gegen die chinesische Regierung.
Wuer Kaixi warnt zudem vor wirtschaftlichen Verflechtungen mit China. Regierungen, auch die deutsche Bundesregierung, sollten Investitionen prüfen, die nach seiner Darstellung vor allem die chinesische Führung stärken. Als Beispiel nennt er die Beteiligung des Staatsunternehmens COSCO am Containerterminal Tollerort im Hamburger Hafen.
