Bundeswehr startete 2001 geheim und ohne Mandat in Afghanistan
Nach Recherchen des NDR waren Spezialkräfte der Bundeswehr bereits vor dem Bundestagsbeschluss zum Afghanistan Einsatz unterwegs. Andreas Jödecke und ein Major des KSK starteten am 14. November 2001 getarnt und unter strikter Geheimhaltung in das Einsatzgebiet am Persischen Golf. Erst zwei Tage später billigte der Bundestag den umstrittenen Einsatz im Rahmen von Operation Enduring Freedom.
Die ersten deutschen Soldaten landeten in der Nacht zum 29. November 2001 in Afghanistan und erreichten Camp Rhino, die erste US Einsatzbasis im Süden des Landes. Dort unterstützten sie die Amerikaner bei der Planung erster Aufklärungsmissionen und prüften, wie das KSK später operieren könnte. Nach Angaben damaliger Beteiligter reisten die Deutschen in US Uniformen, weil sie nicht auffallen sollten und kein Visum für den Oman hatten.
In den Unterlagen ist zudem von einem vertraulichen Angebot der Bundesregierung an die USA die Rede. Demnach stellte Verteidigungsminister Rudolf Scharping militärische Fähigkeiten in Aussicht, darunter Flugzeuge, Schiffe, ABC Abwehr, Minentaucher, Kampfschwimmer und Spezialkräfte.
