Braunkohle Ausstieg: Werden ländliche Regionen abgehängt?
Der Braunkohleausstieg rückt näher, spätestens 2038 soll das letzte Kraftwerk vom Netz gehen. In der Lausitz laufen die Vorbereitungen, zugleich wächst dort die Skepsis. Vor allem in Welzow, einer Kleinstadt mit rund 3100 Einwohnern, sieht Bürgermeister Hilmar Mißbach kaum Anzeichen des versprochenen Strukturwandels.
Er spricht von leeren Industriegebieten, fehlenden Investoren und einer aus seiner Sicht unzureichenden Infrastruktur. Von den Fördermitteln sei in der Stadt wenig zu sehen, auch neue Arbeitsplätze entstünden dort nicht. Der staatlich unterstützte Wandel konzentriere sich nach seiner Darstellung vor allem auf Cottbus.
Dort entstehen mehrere große Projekte, darunter ein neues ICE Revisionswerk der Deutschen Bahn und die Medizinische Universität Lausitz. Allein nach Cottbus sollen 4,5 Milliarden Euro fließen. In Welzow und anderen ländlichen Regionen wächst dagegen die Sorge, abgehängt zu werden. Eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds zeigt zudem, dass sich 90 Prozent der befragten Jugendlichen in der Lausitz schlecht informiert und nicht ausreichend einbezogen fühlen.
