Bosnien und Herzegowina: Mit neuer Technik mehr Vertrauen in die Wahlen
In Bosnien und Herzegowina wird an diesem Sonntag ein neues Wahlsystem getestet, das Manipulationen erschweren soll. Erstmals müssen sich Wählerinnen und Wähler biometrisch ausweisen. Außerdem werden die ausgefüllten Stimmzettel sofort eingescannt und elektronisch erfasst.
Die Nichtregierungsorganisation Pod Lupom wirbt in Sarajevo für die neue Technik und zeigt Bürgerinnen und Bürgern den Umgang damit. Nach eigenen Umfragen begrüßen 86 Prozent der Befragten den Einsatz neuer Technologien in den Wahllokalen. Wahlbeobachter verweisen zugleich auf frühere Unregelmäßigkeiten. Bei der Wahl vor vier Jahren sollen Schätzungen zufolge rund 5.000 Stimmen im Namen bereits verstorbener Menschen abgegeben worden sein.
Zur Wahl stehen unter anderem das Parlament, das dreiköpfige Staatspräsidium und die Regionalregierungen. Das politische System des Landes bleibt stark von ethnischen Fragen geprägt. Auch nach der Wahl dürfte die Spaltung zwischen den Volksgruppen ein zentrales Thema bleiben.
