Biologisch abbaubar und bunt: Material aus lebendem Pilz repariert sich selbst
Forschende haben ein Material aus lebendem Pilzgeflecht entwickelt, das sich selbst reparieren soll, biologisch abbaubar ist und sich einfärben lässt. Außerdem bietet es Schutz vor ultravioletter Strahlung. Das Team um Chao Zhong von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften sieht mögliche Einsatzgebiete in Architektur, Biomedizin, Verpackung und Oberbekleidung.
Anders als bei vielen Pilzmaterialien bleibt das Myzel bei dem Verfahren aktiv. Die Wissenschaftler ließen Cordyceps militaris zu flachen Pellets heranwachsen, formten daraus ein Material und trockneten es, ohne das Myzel abzutöten. Mit Glyzerin wurde es geschmeidiger gemacht. Durch Nährstoffzugabe konnte das Wachstum an bestimmten Stellen ausgelöst werden. Für die Färbung nutzten die Forscher genetisch veränderte Backhefe, möglich waren Orange, Violett, Blau und Rot.
Das Team stellte unter anderem ein Kleid, einen Deko Schmetterling, ein Blumentöpfchen und ein lederartiges Tuch her. Ein in Erde vergrabenes Kästchen aus dem Material war nach 41 Tagen nahezu vollständig abgebaut. Für den breiteren Einsatz nennen die Forschenden noch Hürden bei Haltbarkeit, Feuchtigkeit, Temperatur, Waschbarkeit, Abriebfestigkeit und Tragekomfort.
