Bericht der Bundesregierung: Die Bildungsschere öffnet sich bereits vor der Schule
Die Bildungschancen in Deutschland sind stark von der sozialen Herkunft abhängig, und die Unterschiede entstehen nach dem Nationalen Bildungsbericht oft schon vor der Einschulung. Bereits im Alter von zwei Jahren unterscheidet sich demnach der Wortschatz von Kindern je nach Bildung der Mutter, und diese frühen Unterschiede bleiben über die gesamte Bildungsbiografie hinweg stabil.
Bundesbildungsministerin Karin Prien verweist darauf, dass sich die Bildungsschere ab der Geburt öffne und bis zur Einschulung weiter aufklaffe. Zwar haben Bund und Länder für die Jahre 2024 bis 2026 zahlreiche Maßnahmen gemeldet, doch der Schwerpunkt liegt nach dem Bericht häufig auf der Schule statt auf der frühen Bildung.
Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede bei der Kita Teilnahme. Kinder aus Familien mit niedriger Bildung oder mit Einwanderungsgeschichte gehen seltener in die Kita, obwohl sie dort besonders profitieren könnten. Prien setzt daher auf verpflichtende Sprach und Entwicklungsdiagnostik für Vierjährige und sieht auch bei der Sprachförderung und bei bundesweiten Standards weiteren Handlungsbedarf. Fößealismus und knappe Kassen erschweren die Umsetzung.
