Bandenterror in Haiti: Guterres bittet um Verzeihung
UN Generalsekretär António Guterres hat bei einem Besuch in Haiti um Verzeihung für das internationale Versagen bei der Bekämpfung der Bandengewalt gebeten. Er sagte, er habe die internationale Gemeinschaft nicht mobilisieren können, und sprach mit geflüchteten Frauen in einer ehemaligen Schule in Port au Prince.
Die Vereinten Nationen melden für dieses Jahr bereits 2300 Tote, 1100 Verletzte und 100 Entführte. Rund 1,5 Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Nach Expertenangaben kontrollieren Banden inzwischen 90 Prozent des Landes. Zudem ist bei fast der Hälfte der knapp zwölf Millionen Einwohner die Lebensmittelversorgung nicht gesichert.
Guterres traf auch Premierminister Alix Didier Fils Aimé. In Haiti gibt es seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 kein Staatsoberhaupt mehr. Die multinationale GSF Truppe ist seit dem 1. April im Einsatz, um die Hauptstadt zu befrieden, derzeit aber mit weniger als 1000 Einsatzkräften.
