Wem gehören die Milliarden auf vergessenen Bankkonten?
In Deutschland sollen auf sogenannten vergessenen Konten mehr als vier Milliarden Euro liegen, nach anderen Schätzungen sogar bis zu neun Milliarden Euro. Banken selbst haben dazu bislang keine Zahlen veröffentlicht. Für Angehörige und Erben ist es oft schwierig, solche Konten zu finden, vor allem wenn Unterlagen fehlen oder Vermögen in Online Konten, Kryptowährungen oder NFTs steckt.
Ruhende Konten gehen in Deutschland weder an die Banken noch an den Staat über. Die Institute müssen sie auf unbestimmte Zeit führen, die Eigentumsrechte bleiben bestehen. Fachleute fordern deshalb ein zentrales Register, damit Erben leichter feststellen können, ob eine verstorbene Person Konten besessen hat. Anfragen bei mehreren Bankenverbänden sind bislang zeitaufwendig und teuer.
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf für ein zentrales, öffentlich zugängliches Online Register vorgelegt, doch neue Regeln sind noch nicht verabschiedet. Wie mit dem Geld auf ruhenden Konten künftig verfahren werden soll, ist damit weiter offen. Andererseits regeln Länder wie Großbritannien, Irland, die USA, Frankreich und die Schweiz solche Vermögen bereits mit eigenen Fristen und Verfahren.
