Frankreich stoppt Öltanker, Russland spricht von Piraterie
Frankreich hat nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron den Öltanker Tagor am Sonntag auf offener See kontrolliert, mehr als 400 Seemeilen westlich der französischen Küste. Der Einsatz erfolgte mit Unterstützung mehrerer Partner, darunter Großbritannien, und nach französischen Angaben unter strikter Einhaltung des Seerechts. Macron erklärte, das Schiff sei mit internationalen Sanktionen belegt.
Die französische Marine ging dem Verdacht nach, der Tanker sei unter falscher Flagge unterwegs. Inspektoren prüften die Dokumente an Bord, der Verdacht habe sich bestätigt. Das Schiff war im russischen Murmansk ausgelaufen und zum Zeitpunkt der Kontrolle nahezu unbeladen. Die französische Staatsanwaltschaft in Brest ermittelt, nachdem der russische Kapitän die Aufforderung zum Stopp zunächst ignoriert haben soll.
Russland reagierte mit scharfer Kritik. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einer illegalen Aktion, die an internationale Piraterie grenze. Frankreich eskortiert den Tanker nun zu einem Liegeplatz vor der Nordwestküste des Landes.
