Industriearbeiter und die AfD: Krise treibt Arbeiter nach rechts
Die deutsche Industrie steckt in einer schweren Krise, Stellen werden in großem Umfang abgebaut. Allein 2025 gingen nach Angaben von Experten 170000 Industriejobs verloren, monatlich verschwinden dem Bundesverband der Deutschen Industrie zufolge weitere 15000. Der Anteil der Industrie an allen Arbeitsplätzen sank auf 17 Prozent, 1991 lag er noch bei 38 Prozent.
Der Industriearbeiter, der lange als Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung nach 1945 galt, verliert damit weiter an Bedeutung. In Westdeutschland stand er in den 1950er Jahren für das Wirtschaftswunder, steigende Löhne und wachsenden Wohlstand. Auch in der DDR wurde er als fleißiger und loyaler Held der sozialistischen Gesellschaft dargestellt.
Mit der Deindustrialisierung sank das Ansehen der Arbeiterschaft jedoch deutlich. In Ostdeutschland richteten sich die Proteste 1991 gegen Massenarbeitslosigkeit und den Abbau von Industriearbeitsplätzen. Inzwischen wird die AfD in einigen ostdeutschen Ländern besonders häufig von Arbeitern gewählt. Bei den Landtagswahlen 2024 stimmten dort annähernd die Hälfte der Arbeiter für die Partei, 2026 waren es in Sachsen Anhalt und Mecklenburg Vorpommern jeweils 53 Prozent.
