Wahlen in Serbien: Machtwechsel oder Fortsetzung mit Vucic?
Kurz vor der Parlamentswahl in Serbien haben in Belgrad rund 200000 Menschen die Studentenliste unterstützt und gegen die Regierungspartei von Aleksandar Vučić protestiert. Das oppositionelle Bündnis mit 250 Kandidatinnen und Kandidaten will die Macht der Fortschrittspartei herausfordern. Die Studentenbewegung hat nach Einschätzung von Beobachtern aus der weitverbreiteten Unzufriedenheit im Land einen erfolgreichen Wahlkampf gemacht.
Ausgelöst wurden die Proteste durch den Einsturz eines Betondachs am Bahnhof von Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen starben. Die Studentenliste wirbt mit dem Versprechen, Korruption zu bekämpfen und die Verantwortlichen für die Katastrophe zu benennen. Die Regierungspartei SNS setzt dagegen auf Kontinuität und warnt vor Chaos bei einem Machtwechsel.
Der Wahlkampf war von Gewalt und Druck begleitet. Die Wahlbeobachtungsorganisation CRTA registrierte 116 Vorfälle mit Gewalt oder Drohungen. Zudem stand die Abstimmung unter dem Verdacht ungleicher Medienberichterstattung und möglicher Einflussnahme auf Wählergruppen. Mehrere Festnahmen vor der Wahl haben die Sorge vor einer angespannten Wahlnacht verstärkt.
