Türkei und Griechenland: Neuer Seerechtsstreit im Mittelmeer
Das libysche Parlament in Tobruk hat einstimmig ein Seerechtsabkommen mit der Türkei gebilligt. Damit wird ein Vorhaben wieder aufgegriffen, das seit Jahren auf Eis gelegen hatte. Das türkische Außenministerium begrüßte die Entscheidung, die voraussichtlich die Spannungen mit anderen Anrainerstaaten im östlichen Mittelmeer verschärfen dürfte.
Das Abkommen sieht einen direkten maritimen Wirtschaftskorridor zwischen der türkischen Süd und der libyschen Nordküste vor. In dem Gebiet wurden zuletzt große Öl und Gasvorkommen entdeckt. Griechenland lehnt das Vorhaben ab und verweist auf seine Ansprüche rund um Inseln wie Kreta, Karpathos und Rhodos. Auch die Europäische Union forderte die Staaten auf, die souveränen Rechte aller Mitgliedstaaten zu respektieren.
Die juristische Auseinandersetzung dreht sich vor allem um die Frage, wie Seegrenzen und ausschließliche Wirtschaftszone im östlichen Mittelmeer festgelegt werden. Die Türkei und Libyen wollen nach dem Votum auch ihre wirtschaftlichen Interessen an den Rohstoffen sichern und gemeinsam an einer Förderung arbeiten.
