Der Friedensnobelpreis ist keine Ehrung für das Lebenswerk
Der Friedensnobelpreis gilt als eine der bedeutendsten und zugleich umstrittensten politischen Auszeichnungen der Welt. Er geht auf Alfred Nobel zurück, der in seinem Testament festlegte, dass fünf vom norwegischen Parlament gewählte Personen über die Vergabe entscheiden sollen. Ausgezeichnet werden soll, wer im vergangenen Jahr den größten Beitrag zum Frieden geleistet hat.
Immer wieder sorgt die Wahl für Kritik. Unter den Preisträgern finden sich auch Persönlichkeiten wie Henry Kissinger oder Barack Obama, die teils schon früh nach ihrer Nominierung oder trotz umstrittener politischer Positionen geehrt wurden. Der Historiker Andreas Heinemann Grüder verweist darauf, dass mit dem Preis auch Hoffnungsträger ausgezeichnet worden seien, ohne dass sie bereits konkrete Taten vorweisen konnten.
Zuletzt stand die Vergabe an María Corina Machado in der Kritik. Sie hatte die Medaille später an Donald Trump weitergereicht, worauf das Nobelpreiskomitee betonte, dass Titel und Auszeichnung nicht übertragbar seien. Kristian Berg Harpviken vom Osloer Nobelinstitut sagte, der Friedensnobelpreis sei keine Auszeichnung für Heilige, sondern für Menschen, die etwas bewegt haben.
