Teenager im Gesicht getroffen: Polizist in Frankreich wegen Schuss mit Tränengas angeklagt
Ein Polizist in Frankreich ist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden, nachdem er bei Schülerprotesten in Saint Ouen l Aumône nordwestlich von Paris aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14 Jährigen abgefeuert haben soll. Der Jugendliche namens Eden erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und verlor einen Großteil seiner Zähne. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der Beamte unter richterliche Aufsicht gestellt.
Der Staatsanwalt hält die Voraussetzungen für Notwehr nicht für erfüllt und sieht keine Verhältnismäßigkeit des Einsatzes. Das Vergehen kann demnach mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden. Videos des Vorfalls zeigen, wie Polizisten dem Jugendlichen gegenüberstehen und es zu einer Auseinandersetzung kommt, bevor die Granate aus etwa zwei Metern Entfernung ins Gesicht des Jungen fliegt.
Die Schülerproteste richteten sich gegen schlechte Lernbedingungen. Am Dienstag kam es nach Angaben des Innenministeriums erneut zu Festnahmen und Verletzungen unter Sicherheitskräften. Frankreichweit beteiligten sich rund 256000 Menschen an den Demonstrationen.
