Russisches Haus in Berlin: Spionage getarnt als Kulturpflege?
Das Russische Haus in Berlin weist Spionagevorwürfe zurück. Zugleich verweisen Kritiker auf ein KGB Lehrbuch aus dem Jahr 1968, das kulturelle Einrichtungen als Deckmantel für nachrichtendienstliche Aktivitäten beschreibt. Demnach sollten über Kulturarbeit Kontakte geknüpft, Quellen angeworben und oppositionelle Gruppen im Ausland beeinflusst werden.
Vertreter von Grünen, CDU, SPD und FDP fordern angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine die Bundesregierung auf, die Kulturabkommen mit Moskau zu kündigen. Diese bilden die Grundlage für das Kulturhaus. Die russische Regierungsagentur Rossotrudnichestvo betreibt das Haus und unterliegt dem Außenministerium. Sie ist für Kulturpflege und Kontakte zu Landsleuten im Ausland zuständig und wurde 2022 in der EU sanktioniert.
Der WDR und die Süddeutsche Zeitung zitieren Fachleute, die russische Kulturinstitutionen seit Jahrzehnten als mögliche Tarnung für Geheimdienste sehen. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine sei die Bedeutung solcher Einrichtungen nach Einschätzung von Sicherheitskreisen noch gestiegen.
