Trümmer und Trotz: Kyjiw nach dem bisher schwersten Angriff
Russische Streitkräfte haben Kyjiw in der Nacht zu Donnerstag nach bisherigen Angaben den schwersten Luftangriff seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine geflogen. Dabei starben in der Hauptstadt mindestens 22 Menschen, 85 weitere wurden verletzt, darunter zwei Kinder. Dutzende Wohnhäuser wurden in mehreren Stadtteilen zerstört oder beschädigt. Auch eine Rettungswache, ein wissenschaftliches Institut, ein Hotel und mehrere Betriebe wurden getroffen.
Der ukrainische Katastrophenschutz sprach von 21 Todesopfern und meldete rund 600 Einsatzkräfte bei den Aufräum und Bergungsarbeiten. Nach Angaben der Luftstreitkräfte setzte Russland fast 500 Drohnen und 74 Raketen ein. Der Angriff dauerte länger als jeder andere Luftalarm in Kyjiw seit Kriegsbeginn: Die Sirenen heulten am 1. Juli um 19:52 Uhr und verstummten erst am folgenden Morgen um 7:15 Uhr.
Besonders schwer getroffen wurde der Stadtbezirk Darnyzja. Dort wurden nach Angaben des Innenministers allein in einer Straße 44 Wohngebäude und zehn Bildungseinrichtungen beschädigt. Mehr als 52.000 Menschen suchten in der Nacht Schutz in U Bahn Stationen, darunter 4.500 Kinder. Für den 3. Juli wurde in Kyjiw Trauer angeordnet.
