Wie Griechenlands Reeder von den Krisen profitieren
Griechenlands Reeder gehören trotz der Krisen zu den Gewinnern der weltweiten Schifffahrt. Obwohl das Land nur rund zehn Millionen Einwohner hat, kontrollieren griechische Reeder fast 20 Prozent aller Transportschiffe auf den Meeren und verfügen damit über die größten Transportkapazitäten der Welt. Branchenberichten zufolge investieren sie in diesem Jahr mehr als 14 Milliarden US Dollar in ihre Flotten.
Besonders profitabel ist derzeit der Transport von Flüssiggas. Wegen der Sanktionen gegen Russland ist die Nachfrage gestiegen, vor allem griechische Reedereien verdienen daran. Auch beim Handel mit Schiffen und beim Transport von Waren über See, über den rund 90 Prozent des Welthandels laufen, bleibt das Geschäft lukrativ. Für Griechenland sind die Reedereien zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, jährlich sollen 1,5 Milliarden Euro im Land investiert werden. Rund 200000 Jobs hängen nach Angaben aus der Branche von ihnen ab.
Die Unternehmer verfügen auch über erheblichen politischen Einfluss. Sie behielten während der Finanzkrise 2015 Steuerprivilegien, setzten sich bei Umweltauflagen durch und erreichten Ausnahmen bei EU Sanktionen gegen Russland. Zudem fahren viele griechische Reeder weiterhin durch die Straße von Hormus, obwohl die Route als riskant gilt.
