Widersprüche im Gerichtssaal: Gina H.s Aussagen zwischen Lüge und Wahrheit
Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian in Rostock steht die Glaubwürdigkeit von Gina H. im Fokus. Seit April weist die 30 Jahre alte Angeklagte die Vorwürfe zurück, sie habe den Jungen aus Güstrow getötet. Prozessbeobachter und die Staatsanwaltschaft verweisen jedoch auf immer neue Widersprüche in ihren Aussagen.
So wiederholte Gina H. unter anderem die Behauptung, ihre Mutter sei drogenabhängig gewesen. Nach Informationen von RTL und ntv soll das nicht stimmen, die Mutter sei stattdessen schwer an Krebs erkrankt gewesen und habe starke Medikamente nehmen müssen. Auch zu einem gestohlenen Sattel räumte Gina H. inzwischen ein, lange gelogen zu haben. Bereits früher war sie im Gericht mit wechselnden Angaben aufgefallen, etwa zu Krankheiten und familiären Umständen.
Ein Professor für Wirtschaftsrecht erklärte, Lügen seien oft mit Motiven verbunden und für die Täter kognitiv anstrengender als die Wahrheit. Vor Gericht müsse deshalb nicht nur die Glaubwürdigkeit der Person, sondern vor allem die Glaubhaftigkeit der Aussagen geprüft werden. Am Donnerstag will Gina H. zu ihren bisherigen Angaben befragt werden.
