Wenn über Wasser verhandelt wird: das Beispiel Ungarn und Slowakei
Die Hitzewelle belastet die Slowakei mit einem neuen Temperaturrekord von 42,2 Grad Celsius. Besonders deutlich sind die Folgen der Dürre am Donaukraftwerk Gabčíkovo zu sehen, wo wegen des Niedrigwassers derzeit nur noch eine von normalerweise acht Turbinen läuft. Das Kraftwerk spielt auch für die Wasserverteilung Richtung Ungarn eine wichtige Rolle.
Ungarn hatte die Slowakei gebeten, mehr Donauwasser durchzuleiten, weil das Atomkraftwerk Paks Kühlwasser aus der Donau braucht und seine Leistung bereits gedrosselt wurde. Die slowakische Regierung lehnte dies ab, weil sonst auch im eigenen Land Wasser fehlen würde. Später teilte die ungarische Außenministerin mit, die Wassermenge auf ungarischer Seite habe sich stabilisiert.
Der Fall zeigt nach Einschätzung der Wasserdiplomatin Susanne Schmeier, dass bei grenzüberschreitenden Flüssen künftig immer häufiger über die Verteilung knapper Wassermengen verhandelt werden dürfte. Entscheidend sei dabei die Zusammenarbeit der Staaten.
