Warenhauskette in der Krise: Hat Galeria eine Zukunft? Experten sind skeptisch
Galeria hat einen neuen Millionenkredit erhalten und will sich erneut sanieren, diesmal außerhalb einer Insolvenz. Im Zuge der geplanten Neuausrichtung sind weitere Filialschließungen vorgesehen. Nach Angaben des Unternehmens soll das Geld den Spielraum für die Transformation schaffen, gleichzeitig bleibt offen, wie viele Warenhäuser am Ende weiterbetrieben werden.
Experten bewerten die Lage unterschiedlich. Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden Württemberg in Heilbronn sieht zwar eine vorübergehende Entlastung, verweist aber darauf, dass vor allem bestehende Verpflichtungen bedient werden müssten. Für Investitionen in Filialen oder Digitalisierung bleibe kaum Geld. Johannes Berentzen von der Handelsberatung BBE hält eine Zukunft für möglich, wenn Galeria sich auf tragfähige Standorte und Kernkategorien konzentriert. Boris Hedde vom IFH Köln äußerte dagegen Zweifel und verwies auf die gesunkene Bedeutung des Warenhauses in Deutschland sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher.
Die neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro kommt von der US Investmentgesellschaft Gordon Brothers. Etwa 30 der 83 Warenhäuser gelten laut dpa als Wackelkandidaten. Verdi fordert Klarheit für die Beschäftigten, die erneut um ihre Arbeitsplätze bangen.
