Wachsende Verschuldung: Dem Staat drohen hohe Zinskosten
Die steigenden Renditen deutscher Bundesanleihen dürften den Staat in den kommenden Jahren deutlich teurer zu stehen kommen. Nach Berechnungen des Leibniz Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung könnten allein die seit dem vergangenen Jahr gestiegenen Zinsen in den nächsten fünf Jahren zusätzliche Zahlungen von 58 Milliarden Euro auslösen. Bleiben die Zinssätze auf dem aktuellen Niveau, fällt die Belastung weiter hoch aus.
Der Ökonom Friedrich Heinemann warnt vor einem starken Anstieg der Zinslast und rechnet bis 2031 bei einem weiteren Zinsanstieg um 100 Basispunkte mit zusätzlichen Kosten von 71 Milliarden Euro. Er hält es für wahrscheinlich, dass die Bundesregierung Ausgaben kürzen muss und sieht das AAA Rating Deutschlands unter Druck. Bis Ende des Jahrzehnts könnte die Staatsverschuldung auf rund 2862 Milliarden Euro steigen.
Auch Ratingagenturen erwarten steigende Schuldenquoten, halten die Bonität Deutschlands bislang aber für solide. Für 2027 plant der Bund Zinsausgaben von 41,9 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sie auf mehr als 80 Milliarden Euro steigen. Nach Einschätzung von Ökonomen würde der Haushalt dadurch spürbar enger.
