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Verschleppt und ausgebeutet: Afrikaner in Kambodscha

In Kambodscha arbeiten nach Angaben von Betroffenen und Menschenrechtsorganisationen immer mehr Afrikaner in Betrugszentren unter Zwang. Ein Liberianer schildert, er sei mit dem Versprechen eines gut bezahlten Jobs gelockt worden, habe dann aber täglich 14 Stunden arbeiten müssen, um Frauen über Dating Apps zu täuschen. Als er die geforderte Zahl an Betrugsfällen nicht mehr erfüllte, seien ihm Geld, Pass und persönliche Gegenstände abgenommen worden. Nach Monaten von Schlägen sei er ohne Dokumente und ohne Geld geflohen.

Menschenrechtsvertreter sprechen von einer auf Afrika ausgerichteten Rekrutierungsindustrie. Südostasien ist demnach zu einem Zentrum hochorganisierter Online Betrugsnetzwerke geworden, die weltweit Menschen ins Visier nehmen und nach UN Angaben Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe erzielen. In der Region würden mindestens 300000 Menschen aus 66 Ländern ausgebeutet. Staatsangehörige afrikanischer Länder bildeten inzwischen die größte Gruppe der nach Myanmar und Kambodscha verschleppten Menschen.

Kambodscha ging erst nach internationalem Druck gegen die Betrugsindustrie vor. Dennoch sitzen viele Betroffene weiter ohne gültige Dokumente fest, einige landen in Abschiebehaft oder leben auf der Straße. Hilfsorganisationen warnen vor Stigmatisierung, fehlender Unterstützung und der Gefahr erneuter Ausbeutung.

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