Ultraorthodoxe in Israel: An der Front oder bei der Tora?
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Ultraorthodoxe in Israel: An der Front oder bei der Tora?

Die Frage der Wehrpflicht spaltet Israel. Nach Urteilen des Höchsten Gerichts sollen nun auch ultraorthodoxe jüdische Männer Militärdienst leisten, nachdem sie jahrzehntelang davon befreit waren. In Jerusalem kam es deshalb zu heftigen Protesten, bei denen Demonstrierende Straßen blockierten, Flaggen anzündeten und mit der Polizei zusammenstießen.

Religiöse Führer der Haredim lehnen den Dienst an der Waffe strikt ab und sprechen von einer spirituellen Front. Der frühere Oberrabbiner Jitzchak Josef vertritt die Ansicht, das Land werde durch das Tora Studium geschützt. In der säkularen Mehrheit stößt das auf scharfe Ablehnung. Dort gilt Wehrgerechtigkeit angesichts von Personalmangel in der Armee und wirtschaftlicher Belastung als wichtiges Wahlkampfthema.

Der Streit hat die Regierung von Benjamin Netanjahu bereits mehrfach unter Druck gesetzt. Zugleich gibt es innerhalb der ultraorthodoxen Gemeinschaft Stimmen, die auf eine schrittweise Integration setzen. Einige Haredim dienen bereits in technischen und nachrichtendienstlichen Einheiten, andere arbeiten als Zivilangestellte für Armee, Luftwaffe und Rüstungsindustrie.

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