Ulrich Siegmund: Sachsen Anhalt als AfD Testlabor
In Sachsen-Anhalt gilt die Landtagswahl als politisch besonders aufmerksam beobachtet. Ulrich Siegmund könnte dort der erste AfD Ministerpräsident in Deutschland werden. Umfragen sehen ihn und seine Partei klar vorn, offen ist demnach nur, ob die AfD allein regieren könnte oder ob andere Parteien dies verhindern.
Siegmund tritt im Wahlkampf präsent und selbstbewusst auf und zieht auch überregional Interesse auf sich. Kritiker bewerten die Auftritte der AfD als professionell organisiert und als Hochglanzmarketing für ihre Politik. Inhaltlich steht dabei ein harter Kurs im Mittelpunkt, unter anderem mit Forderungen nach Abschiebungen ab der ersten Minute, der Streichung von Geldern für Demokratievereine und einer Arbeitspflicht für Geflüchtete.
Zugleich gibt es Zweifel am Bild eines sauberen und bürgernahen Kandidaten. Genannt werden Vorwürfe der Vetternwirtschaft sowie Verbindungen seines Umfelds zu ehemaligen Mitgliedern der verbotenen neonazistischen Heimattreuen Deutschen Jugend. Kirchen, Gewerkschaften, Vereine und Parteien warnen vor einem Erfolg der AfD und vor Folgen für das gesellschaftliche Klima im Land.
