Türkei: Gesellschaft soll Angst vor queeren Menschen bekommen
In der Türkei gehen die Behörden derzeit verstärkt gegen die LGBTQI Community vor. Menschenrechtler sprechen von einer Kampagne der Kriminalisierung. Betroffene fürchten nach den Festnahmen und Razzien noch mehr Stigmatisierung.
Vor dem Istanbuler Justizpalast kam es Mitte September zu einer Demonstration gegen die Verhaftungswelle von LGBTQI Aktivisten. Die Polizei ging dabei gegen die Teilnehmenden vor und nahm mehr als 100 Demonstranten in Gewahrsam. Auch eine Psychologin, die sich seit Jahren für Frauen und LGBTQI Rechte engagiert, wurde festgenommen.
Bereits wenige Tage zuvor hatte es in mehreren türkischen Städten Razzien gegen Bars, Privathäuser und LGBTQI Vereine gegeben. Betroffen war auch der Verein Kaos GL in Ankara. Die Vorwürfe reichen bis zu angeblicher Verbreitung von Obszönitäten. Menschenrechtsorganisationen sehen darin Einschüchterung und verweisen auf wiederholte abfällige Äußerungen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und anderen Politikern seiner Partei über queere Menschen.
