Stichwahl in Brasilien: Flávio Bolsonaro, der Kandidat seines Vaters
Flávio Bolsonaro will in Brasilien Präsident werden und setzt dabei stark auf den Namen seines Vaters Jair Bolsonaro. Der 45 Jahre alte Senator präsentiert sich als politischer Erbe der Familie und stellt die Freilassung des verurteilten Ex Präsidenten als zentrales Ziel seiner Kampagne dar. Jair Bolsonaro war vom Obersten Gericht zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt worden.
Flávio Bolsonaro tritt nach außen moderater auf als sein Vater, orientiert sich politisch aber an dessen Lager. Im ersten Wahlgang stützte er sich auf konservative Wählergruppen wie Landwirte, Unternehmer und Evangelikale. Zugleich begleitet ihn eine Reihe von Vorwürfen und Ermittlungen, unter anderem wegen Korruption, Geldwäsche und Vorteilsnahme. Er weist alle Anschuldigungen zurück.
Trotz der Belastungen stößt er bei Anhängern auf Zuspruch. Viele unterstützen ihn auch wegen ihrer Ablehnung gegenüber Präsident Lula da Silva und der Arbeiterpartei. Beobachter sehen Flávio Bolsonaro vor allem als Kandidaten, der die politische Macht der Familie sichern soll.
