Starke nationalistische Kräfte bei den Wahlen in Bosnien und Herzegowina
Bei den Wahlen in Bosnien und Herzegowina haben nationalistische Kräfte nach Auszählung fast aller Stimmen klar die Oberhand behalten. Die Partei SNSD des serbischen Nationalisten Milorad Dodik gewann unter den serbischen Wählern auf allen Ebenen. Dodik sprach von einem großen Sieg und kündigte an, mit seinen Koalitionspartnern über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament der Republika Srpska zu verfügen.
Auch im dreiköpfigen Staatspräsidium dominieren künftig nationalistische Kräfte. Für die Serben zieht wieder Željka Cvijanović ein, für die Kroaten Darijana Filipović von der kroatisch nationalistischen HDZ. Beobachter halten es deshalb für möglich, dass das Gremium Dodik begnadigen könnte. Er darf derzeit keine politischen Ämter besetzen, nachdem er 2025 per Gerichtsentscheid aus dem Amt des Präsidenten der Republika Srpska entfernt worden war.
Der bosniakische Vertreter Denis Bećirović von der Sozialdemokratischen Partei wurde erneut gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 40 Prozent.
