Selenskyj und Vucic gemeinsam auf politisch vermintem Terrain
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will am Samstag erstmals zu einem offiziellen Besuch in Belgrad erwartet werden. Für den serbischen Staatschef Aleksandar Vucic kommt das Treffen zu einem politisch heiklen Zeitpunkt, denn Serbien gilt trotz des russischen Kriegs gegen die Ukraine als Russlands engster Partner in Europa.
Zuletzt hatte es mehrere Anzeichen einer Annäherung zwischen Belgrad und Kyjiw gegeben. Die ukrainische First Lady Olena Selenska war bereits vor zwei Jahren in Belgrad, ein Besuch Selenskyjs wurde jedoch mehrfach verschoben. Vucic verweist auf Themen wie den europäischen Weg beider Länder sowie die bilaterale und energetische Zusammenarbeit.
Für Selenskyj spielt auch die serbische Rüstungsindustrie eine Rolle. Über Zwischenhändler sollen in großem Umfang serbische Artilleriegeschosse in die Ukraine gelangt sein. Nach Angaben eines Berichts wird zudem über eine gemeinsame Drohnenfabrik nachgedacht. In Serbien selbst steht Vucic vor wichtigen Parlamentswahlen und sieht sich mit Korruptionsvorwürfen und anhaltenden Studentenprotesten konfrontiert.
