Sedlmayr, Moshammer und der NSU: München nimmt Abschied von legendärem Gerichtsgebäude
Das Münchner Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße geht nach fast 50 Jahren in den Ruhestand. Bis Ende des Monats wird dort noch verhandelt, danach ziehen die Gerichte in einen neuen Bau südlich des Olympiaparks um. Die voraussichtlich letzte Verhandlung ist für Donnerstag geplant.
In dem Gebäudekomplex, der zwischen 1972 und 1977 errichtet wurde, fanden zahlreiche Verfahren statt, die bundesweit für Aufsehen sorgten. Dazu gehörten der Prozess um den Mord an Walter Sedlmayr, das Verfahren gegen den Mörder von Rudolph Moshammer und der NSU Prozess gegen Beate Zschäpe im Saal A 101.
Auch andere bekannte Verfahren wie der Fall John Demjanjuk, die Verurteilung von Günther Kaufmann und das Wiederaufnahmeverfahren gegen Manfred Genditzki fanden dort statt. Bayerns CSU Justizminister Georg Eisenreich nannte das Strafjustizzentrum die Herzkammer der Münchner Strafjustiz.
