Sechs Tote bei Hilfeplangespräch: Waren die Morde von Stade ein Angriff auf den Staat?
Bei den tödlichen Schüssen in einer Mutter Kind Einrichtung in Stade mit sechs Toten wird weiter über das Motiv des mutmaßlichen Täters gestritten. Der Fall hatte sich aus einem Kinderschutzkonflikt um ein verletztes Baby entwickelt, dessen Eltern juristisch gegen eine Entscheidung des Gerichts vorgingen.
Am 29. Juni kam es während eines Hilfeplangesprächs zu der Tat. Der Vater, Fatih Khan G., hatte zuvor illegal eine Waffe in Berlin gekauft. Vier Menschen starben noch am Tatort, ein fünftes Opfer trotz Reanimation vor Ort, ein sechstes später im Krankenhaus. Die Polizei ging zunächst von einem Sorgerechtsstreit als Motiv aus.
Der Sicherheitsexperte Mattias G. Fischer hält diese Einordnung für zu kurz gegriffen. Er sieht in der Tat einen geplanten Angriff auf staatliche Vertreter und spricht von einem Angriff auf das Rechtsstaatsprinzip und das Gewaltmonopol. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es gebe keine Anhaltspunkte für weitere Motive. Gegen den Täter wurden die Ermittlungen nach seinem Suizid in der Untersuchungshaft eingestellt.
