Scheinkindoperationen wichtig: Polizei ermittelt in immer mehr Fällen von Kindesmissbrauch
Die Polizei ermittelt in immer mehr Fällen von Kindesmissbrauch und Jugendpornografie. Im vergangenen Jahr registrierte sie 17.126 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs, rund 1600 mehr als vor fünf Jahren und 772 mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Tatverdächtigen stieg erneut auf 12.823. In mehr als der Hälfte der Fälle bestand zwischen Opfern und Tatverdächtigen eine Vorbeziehung, die große Mehrheit der Opfer waren Mädchen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach bei der Vorstellung des Lagebilds in Berlin von teils dramatisch steigenden Zahlen, besonders bei Jugendpornografie mit einem Plus von 20 Prozent. Ermittler und Experten blicken zudem mit Sorge auf den wachsenden Einsatz künstlicher Intelligenz, die Missbrauchsdarstellungen auch künstlich erzeugen kann. Sie erwarten dadurch keine sinkenden Opferzahlen.
Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus forderte stärkere Ermittlungen. Besonders wichtig seien Scheinkindoperationen, bei denen sich Ermittler als Kind ausgeben, um Täter zu überführen.
