Russlands Präsident Putin erhöht den Druck auf Armenien
Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Armenien hat Russland die Führung in Eriwan erneut vor wirtschaftlichen Folgen einer Annäherung an die Europäische Union gewarnt. Kremlchef Wladimir Putin sagte am Rande eines Gipfels der Eurasischen Wirtschaftsunion in Kasachstan, Armenien könne mindestens ein Siebtel seines Bruttoinlandsprodukts verlieren, falls Gaspreise nach einem Austritt aus der Union steigen sollten.
Putin forderte Armenien auf, rasch ein Referendum über einen Verbleib in der Eurasischen Wirtschaftsunion oder einen EU Beitritt abzuhalten. Sollte das Land auf EU Standards umstellen, werde Russland die wirtschaftliche Zusammenarbeit einstellen, sagte er. Auch Belarus und Kirgistan äußerten gemeinsam mit Putin Sorgen über Risiken für die wirtschaftliche Sicherheit der Union. Die Eurasische Wirtschaftsunion will noch in diesem Jahr über eine mögliche Suspendierung der armenischen Mitgliedschaft beraten.
Russland hat zudem bereits mehrere Lebensmittelimporte aus Armenien gestoppt. Zugleich bleibt das Land stark von russischem Gas abhängig und bezog im vergangenen Jahr 82 Prozent seines Gases aus Russland. Արմeniens Regierungschef Nikol Paschinjan nimmt wegen des Wahlkampfs nicht am Gipfel teil.
