Russisches Haus in Berlin: Tarnung für russische Geheimdienste?
Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin steht erneut im Fokus der Kritik. Französische Behörden bezeichnen die frühere Chefin von RT France, Xenia Fedorova, in einer Ausweisungsanordnung als Kreml Propagandistin und Einflussagentin. In dem Schreiben heißt es auch, sie habe den Posten der Direktorin des Russischen Hauses in Berlin angestrebt. Zudem wird die Einrichtung darin als Tarnung für russische Geheimdienste beschrieben.
Das Russische Haus weist die Vorwürfe zurück und betont seinen kulturellen Auftrag. Es verweist auf Ausstellungen, Konzerte und Sprachkurse sowie auf ein bilaterales Regierungsabkommen zwischen Deutschland und Russland. Die deutsche Bundesregierung äußert sich öffentlich zurückhaltend. Das Bundesamt für Verfassungsschutz nimmt zu möglichen nachrichtendienstlichen Erkenntnissen grundsätzlich nicht öffentlich Stellung.
Die Betreiberorganisation des Hauses steht unter EU Sanktionen, die Einrichtung bleibt jedoch geöffnet. Für 2026 sind nach Angaben des Auswärtigen Amts 70000 Euro für die Grundsteuer vorgesehen. Kritiker fordern ein Ende der Finanzierung und eine Kündigung des Kulturabkommens.
