Reisners Blick auf die Front: Für Putin gibt es keine Tabus mehr
Militäranalyst Markus Reisner sieht in den jüngsten Angriffen auf russische Rechenzentren einen Schlag gegen ein wichtiges Werkzeug russischer Einflussnahme. Nach seinen Angaben wurden seit dem 9. Oktober Anlagen des Tech Konzerns Yandex in Kaluga, Wladimir und Sasowo getroffen. Drei von fünf Zentren seien beschädigt worden, sie könnten auch als Trollfabriken gedient haben. Auswirkungen auf soziale Medien seien bisher aber nicht bestätigt.
Reisner betont, Russland setze massiv auf Trollfarmen und automatisierte Kampagnen, um die öffentliche Meinung in Europa zu beeinflussen. Rechenzentren seien dafür wichtig, weil dort tausende Programme prorussische Inhalte verbreiteten und verstärkten. Fielen diese Kapazitäten aus, könne das die Propaganda erschweren.
Zugleich verweist Reisner auf die politische Lage. Donald Trump wende sich offen Wladimir Putin zu und setze zugleich Wolodymyr Selenskyj unter Druck. Er sieht darin eine Doppelstrategie der USA, die sowohl Moskau als auch Kiew beeinflussen soll. Laut Reisner hat Putin bei Luftangriffen keine Tabus mehr und ziele verstärkt auf zivile Infrastruktur und die Bevölkerung.
