Reisners Blick auf die Front: Die Botschaft der Russen lautet: Wir können euch jederzeit treffen
Russische Drohnenangriffe nahe der Grenze zu Polen sind nach Einschätzung von Markus Reisner ein Signal an die westlichen Unterstützer der Ukraine. Der Kreml mache damit deutlich, dass Russland auch offizielle Delegationen auf ukrainischem Boden treffen könne. Zugleich verwies Kreml Sprecher Dmitri Peskow erneut darauf, dass die Präsenz europäischer Soldaten in der Ukraine aus russischer Sicht ein Kriegsgrund sei. Reisner sieht beide Vorgänge als zusammenhängend.
Nach seinen Angaben können russische Drohnen über Funkbaken im Grenzgebiet zwischen Belarus und Polen tief in die Ukraine gelenkt werden. Neuere Modelle erkannten Wärmequellen in bis zu sieben Kilometern Entfernung, wodurch Verdunkelung kaum noch helfe. Gegen die Drohnen setze die Ukraine unter anderem Abfangdrohnen, Maschinengewehre von Flugzeugen und den deutschen Gepard ein.
An der Front im nördlichen Donbass hält Reisner eine von russischen Militärbloggern beschriebene „vernichtende Niederlage“ für überzogen. Die Front halte weiter, doch die Russen hätten ihr Ziel nicht erreicht. Im Norden sei der Vorstoß über Lyman Richtung Slowjansk gescheitert, auch weil die Ukrainer die Höhen und Wälder kontrollierten und die russischen Truppen dort mit Drohnen und schwerem Abwehrfeuer stoppten.
