Neue Heimat, alte Wurzeln: Kurden in Deutschland
Die Zahl der in Deutschland lebenden Kurdinnen und Kurden lässt sich nur schwer genau bestimmen, da es keinen international anerkannten kurdischen Staat gibt. Viele Menschen stammen vor allem aus der Türkei und Syrien, viele sind inzwischen auch in Deutschland geboren. Nach Schätzungen gehören sie mit rund 1,5 Millionen Menschen zu den größten Einwanderungsgruppen in Deutschland.
Besonders seit 2010 kamen mehr als 250.000 Menschen vor allem aus Syrien nach Deutschland. Der Grund war vor allem die Verfolgung im syrischen Bürgerkrieg. Die Bochumer Sozialwissenschaftlerin Çinur Ghaderi verweist zudem auf knapp 608.000 Asylanträge von Kurdinnen und Kurden zwischen 2010 und Juli 2026.
Ghaderi berichtet auch von Anfeindungen und Unsicherheit, vor allem mit Blick auf Syrien und die Türkei. Dort führten Rückkehrbewegungen nach dem Sturz des Assad Regimes 2024 sowie Abschiebungen aus Deutschland zu Verunsicherung. Kurdinnen und Kurden seien in Deutschland immer wieder dem Verdacht ausgesetzt, Anhänger der PKK zu sein, und würden auch von anderen Migrantengruppen angefeindet.
