Mord an 15 Patienten: Palliativarzt zu lebenslanger Haft verurteilt
Ein Berliner Gericht hat den 41 Jahre alten Arzt Johannes M. zu lebenslanger Haft verurteilt, Sicherungsverwahrung angeordnet und ein lebenslanges Berufsverbot verhängt. Nach Überzeugung des Gerichts soll er zwischen 2021 und 2024 15 Patientinnen und Patienten mit überdosierten Medikamenten getötet haben. Der Angeklagte gestand zwölf der 15 Taten und erklärte, er habe den Opfern Leid und Siechtum ersparen wollen.
M. arbeitete in der ambulanten Palliativversorgung. Die Opfer, zwölf Frauen und drei Männer, waren schwerstkrank, ihr Tod stand aber nicht unmittelbar bevor. Nach den Aussagen von Angehörigen und Nebenklägern hatten sie keinen akuten Todeswunsch geäußert. Bei Hausbesuchen soll der Arzt Medikamente verabreicht haben, die zu einer Atemlähmung führten. Um Spuren zu verwischen, habe er mehrfach in den Wohnungen der Opfer Feuer gelegt.
Das Gericht sah die besondere Schwere der Schuld als erwiesen an. Eine Gutachterin bescheinigte dem Arzt volle Schuldfähigkeit. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen M.; möglich seien weitere 76 Fälle.
