Mladics Beerdigung vertieft die Gräben im Westbalkan
Die Beerdigung des 2017 wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten Ratko Mladic hat die Spannungen auf dem Westbalkan verschärft. In Serbien wurde der Leichnam des früheren Kommandeurs der bosnischen Serben unter Beteiligung des Justizministers überführt, dazu fanden Zeremonien mit militärischen Ehren in staatlich kontrollierten Einrichtungen statt. Eine klare Distanzierung von der Verherrlichung Mladics blieb aus.
In Bosnien und Herzegowina reagierten die politischen Lager tief gespalten. Vertreter der Republika Srpska reisten zur Beerdigung nach Belgrad, während die Führung in Sarajevo das Vorgehen Serbiens als Relativierung von Kriegsverbrechen wertete. Außenminister Elmedin Konakovic kündigte an, fast das gesamte Personal der bosnischen Botschaft in Belgrad abzuziehen und die konsularischen Dienste nach Zagreb und Podgorica zu verlegen.
Auch das Staatspräsidium und das Büro des Hohen Repräsentanten warnten vor Folgen für die Region. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen in Bosnien und Serbien sehen Beobachter in der Mladic Debatte ein Thema, das politische Gräben vertieft und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter belastet.
