Marktbericht: Sorgen um Frankreich belasten den Euro
Die anhaltenden Proteste und Ausschreitungen in Frankreich belasten die Finanzmärkte. Nach Gewalt und Plünderungen bei Demonstrationen mit rund einer halben Million Teilnehmern gerieten französische Anleihen wieder unter Druck. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg auf 4,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2002.
Auch der Euro schwächte sich ab und fiel zeitweise erneut unter 1,12 Dollar. Hintergrund sind die wachsenden Sorgen um Frankreichs Staatsfinanzen. Die Proteste wegen maroder Bildungseinrichtungen und hoher Lebenshaltungskosten nähren zudem die Befürchtung, dass die Regierung mit zusätzlichen Ausgaben auf die Lage reagieren könnte.
Frankreichs Staatsschulden liegen inzwischen bei fast 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu hat keine eigene Mehrheit in der Nationalversammlung, was eine Sanierung des Haushalts erschwert. Auch der DAX startete schwach in die Woche und gab bis zum frühen Nachmittag 1,3 Prozent auf 25.290 Punkte nach.
