Lyn Alden: Warum höhere Zinsen die Inflation nicht bremsen
Makroanalystin Lyn Alden stellt die Wirksamkeit höherer Zinsen im Kampf gegen Inflation infrage. Ihrer Ansicht nach treffen Zinserhöhungen bei der heutigen Schuldenlast vor allem den Staat, weil die Zinskosten schneller steigen als die Wirtschaft gebremst wird. Das US Finanzministerium hat seine Anleiherückkäufe bereits verdoppelt.
Die Inflation in den USA lag im Juli bei 3,4 Prozent, nachdem sie im Mai mit 4,2 Prozent ihren Höchstwert in diesem Jahr erreicht hatte. Der effektive Tagesgeldsatz beträgt 3,63 Prozent und liegt damit über dem früher als neutral bezeichneten Niveau. Vom 2 Prozent Ziel ist die Wirtschaft dennoch weiter entfernt.
Alden verweist auf die Lage der US Staatsfinanzen. Mitte August überschritten die Vereinigten Staaten erstmals 40 Billionen US Dollar Staatsschulden. Für das Fiskaljahr 2026 rechnet das Haushaltsbüro des US Kongresses mit einem Defizit von 1,9 Billionen US Dollar. 2025 entfielen 13,8 Prozent der Staatsausgaben auf Zinsen, mehr als auf das Militär.
