Lula vor der Wahl in Brasilien: 80 Jahre und noch nicht müde
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva geht mit 80 Jahren in den Wahlkampf und will am Sonntag gegen den Sohn seines Vorgängers Jair Bolsonaro gewinnen. Es wäre seine vierte Amtszeit. Lula präsentiert sich dabei als erfahrener Politiker, der Brasilien in seiner Regierungszeit stärker sozial geprägt und international wieder sichtbarer gemacht habe.
Im Land stößt er weiterhin auf Zustimmung, zugleich lehnt ihn fast die Hälfte der Bevölkerung ab. Belastend wirken frühere Korruptionsskandale der Arbeiterpartei. Zwar wurde das Urteil gegen Lula wegen mutmaßlicher Bestechlichkeit aufgehoben, doch für Gegner bleibt der Vorwurf bestehen.
Lula verweist auf niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Exporte und weniger Entwaldung am Amazonas. Kritiker bemängeln jedoch hohe Verschuldung vieler Haushalte, hohe Zinsen und fehlende Zukunftsperspektiven für Teile der Arbeiterschaft. Trotz dieser Spannungen gilt Lula weiter als wichtiger Partner für Europa und als eine der prägenden politischen Figuren Lateinamerikas.
