Kraftwerksstrategie: Bremsen neue Gaskraftwerke die Energiewende?
Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Stromverbrauch ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Bis 2030 sollen sie 80 Prozent des Bedarfs decken. Für Zeiten mit wenig Sonne und Wind plant die Bundesregierung neue Gaskraftwerke als Reserve, die später auf grünen Wasserstoff umgerüstet werden sollen.
Für dieses Jahr sind Ausschreibungen für neue Kapazitäten mit insgesamt 12 Gigawatt vorgesehen, davon 10 Gigawatt für wasserstofffähige Gaskraftwerke. Die Anlagen sollen bis 2031 in Betrieb gehen. Die EU Kommission hat staatliche Beihilfen grundsätzlich genehmigt. Nach Einschätzung der Deutschen Industrie und Handelskammer könnten die Kosten mindestens fünf Milliarden Euro pro Jahr betragen.
Industrie und Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft unterstützen die Pläne. Kritik kommt von der Deutschen Umwelthilfe und von Energieökonomin Claudia Kemfert. Sie warnen vor einer Schwächung der Energiewende und neuen Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern.
