Iran: Die politische Macht der Musik
Nach 47 Jahren im Ausland ist der iranische Musiker Bijan Mortazavi in seine Heimat zurückgekehrt. Der bekannte Violinist, Sänger und Komponist war im Juli 2026 bei der Abschlussveranstaltung der Fußball Weltmeisterschaft mit dem New York Philharmonic Orchestra aufgetreten. Videos in sozialen Netzwerken zeigen ihn nun gemeinsam mit seiner Frau bei Spaziergängen in Teheran, wo Passanten ihn freundlich begrüßen.
Auch der Sänger Mohsen Namjoo ist nach rund 20 Jahren im Exil in den Iran zurückgekehrt. Der international bekannte Musiker begründete seinen Schritt mit dem Wunsch, mehr Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Zugleich verweist der Text auf Aussagen des iranischen Kulturministeriums, wonach Listen mit mehr als 100 prominenten Iranern im Ausland erstellt wurden, um Hindernisse für Reisen oder Rückkehr zu beseitigen.
Der Beitrag ordnet diese Rückkehrer in die politische Geschichte der Musik im Iran ein. Musik war nach der Revolution von 1979 lange stark eingeschränkt, blieb aber als Ausdruck von Identität und später auch von Protest präsent. In den vergangenen Jahren habe vor allem die Nutzung von Musik durch Angehörige getöteter Demonstrierender neue Bedeutung gewonnen.
