Investitionen fördern Wachstum stärker als Steuersenkungen
Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kommt zu dem Ergebnis, dass staatliche Investitionen in der Europäischen Union deutlich wirksamer sind als Steuersenkungen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ein vom Staat ausgegebener Euro erhöht demnach das Bruttoinlandsprodukt nach einem Jahr um 1,3 bis 1,4 Euro.
Steuersenkungen wirken der Untersuchung zufolge schwächer. Ein gesenkter Euro an Steuern steigert das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 bis 0,3 Euro. In den Folgejahren nehmen die Effekte in beiden Fällen ab.
Die Studie bezieht sich auf Länder mit Euro als gesetzlichem Zahlungsmittel. Hintergrund ist die gemeinsame Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die nach Einschätzung der Autoren auf zusätzliche Ausgaben einzelner Staaten in der Regel nicht reagiert. Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, hält diese Annahme für zweifelhaft und verweist darauf, dass die EZB auch auf Maßnahmen einzelner Länder reagieren werde.
