Hiroshima und Nagasaki: Mahnung in Zeiten des Wettrüstens
Die Erinnerung an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ist in Japan bis heute eng mit einem pazifistischen Selbstverständnis verbunden. Seit 1947 läutet Hiroshima jedes Jahr am 6. August um 8.15 Uhr die Friedensglocke, um der Opfer zu gedenken und zur Abschaffung von Atomwaffen aufzurufen. Japan hat sich in seiner Friedensverfassung zum Verzicht auf Krieg verpflichtet und lehnt seit 1967 Besitz und Einfuhr von Atomwaffen ab.
Die Hiroshima Überlebende Setsuko Thurlow schildert seit Jahrzehnten die Folgen des Abwurfs und engagiert sich gegen Atomwaffen. Sie wurde zu einer prägenden Stimme der Organisation ICAN, die 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Experten verweisen zugleich auf ein neues weltweites Wettrüsten. Die Militärausgaben stiegen 2024 laut SIPRI auf einen Rekordwert, vor allem die Atommächte investieren in die Modernisierung ihrer Arsenale.
Auch in Japan und Deutschland gibt es Debatten über eine stärkere atomare Teilhabe. Beide Länder stehen dabei unter dem Schutzschirm der USA, die in Japan rund 54.000 Militärangehörige stationiert haben.
