Gender Pay Gap in Deutschland: Ist Lohngerechtigkeit in Sicht?
In Deutschland verdienten Frauen im Jahr 2025 durchschnittlich 16 Prozent weniger als Männer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen bei 22,81 Euro, der von Männern bei 27,05 Euro. Gegenüber 2024 blieb die Lohnlücke damit unverändert.
Bereinigt um strukturelle Unterschiede wie Teilzeit, Ausbildung und Karrierewege beträgt der Gender Pay Gap sechs Prozent. Für diesen Abstand nennt die stellvertretende DGB Vorsitzende Elke Hannack eine Differenz von 1,71 Euro pro Stunde. Auf eine 37 Stunden Woche hochgerechnet entspreche das rund 250 Euro im Monat und etwa 3000 Euro im Jahr.
Im EU Vergleich lag Deutschland 2023 mit rund 18 Prozent bei den größten Verdienstabständen. Nur in Lettland, Österreich, Tschechien und Ungarn war die Lücke ähnlich groß. Zwar gilt seit 2017 das Entgelttransparenzgesetz, nach Einschätzung der Hans Böckler Stiftung wirkt es aber nur begrenzt. Nun soll die EU Entgelttransparenzrichtlinie bis Juli 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Sie sieht unter anderem mehr Auskunftsrechte, Berichtspflichten und Sanktionen bei Verstößen vor.
